Reiseberichte auf dem Weg mit dem Velo von der Schweiz durch Europa bis nach Afrika: 

Das erste Wochenende

Das erste Wochenende

Samstag, August 22, 2026

Ein gemütlicher Wochenendausflug mit Freunden von Zuhause bis nach Süddeutschland, die ersten Kilometer auf einer langen Reise und der Wechsel vom Bekannten ins Unbekannte, von der Routine ins Neue. Winterthur - Ulm, 220 Kilometer, 1‘500 Höhenmeter, zwei Fahrtage

Winterthur - Ulm, 220 Kilometer, 1‘500 Höhenmeter, zwei Fahrtage

Nach einer sehr kurzen Nacht aufgrund der letzten Vorbereitungen vor Abfahrt erwache ich erstaunlich klar. Der grosse Tag ist angebrochen. Ein herrlicher, frischer Sommermorgen. Das Vrenelisgärtli steht wie gestochen am Horizont. Die Aussicht aus meinem Schlafzimmer nehme ich viel bewusster wahr als im Alltag.

Nach einem reichhaltigen Frühstück mit der Familie verabschiede ich mich von meiner Grossmutter. Meine Eltern begleiten mich auf dem Tössveloweg bis nach Winterthur. Der hundertfach gefahrene Weg fühlt sich heute ganz speziell an. Das 35 Kilo schwere Velo tut sein übriges. 

In Winterthur treffen wir Maja, Manuel und Sarina und ich verabschiede mich mit grosser Dankbarkeit von meinen Eltern. 

Stein am Rhein

Die Fahrt bis Stein am Rhein ist bekannt. Durch die - insbesondere emotional - anstrengenden Tage und das bepackte Velo fühlt sich die Fahrt ungewohnt streng an. Ab dem Grenzübertritt und der Fahrt durch das stellenweise fast ausgestorbene Süddeutschland bessert sich die Laune stetig. Die tolle Begleitung durch meine Freunde, nette Begegnungen bei unseren Pausen und gute Verpflegung wirken Wunder. 

Am Abend baden wir trotz Streicheleinheiten vom Seegras in einem Baggersee, picknicken auf dem verdorrten Boden und schauen mehreren Scharen Gänsen und anderen Vögeln beim Formationsflug zu. Das Naturschauspiel verkörpert für mich Freiheit. Ein gutes Omen für die kommenden Monate! 

Müde und glücklich verkriechen wir uns am Waldrand in unsere Zelte und lauschen dem grossem Konzert der Vögel.

Nach einer erholsamen ersten Nacht im Zelt fahren wir früh los. Über einsame Landstrassen und Feldwege gelangen wir an die Donau, der wir anschliessend bis Ulm folgen. Ein toller Tag mit verschiedenen netten Begegnungen am Strassenrand. Unter anderem spricht uns ein Mann beim Bäcker an. Er beherbergt aktuell zwei fremde Radfahrer auf ihrer Deutschlandtour. Schön, bereits so nah von zuhause solche Gastfreundschaft zu sehen! Die Fahrt ist schnell, relativ locker und am Nachmittag sehr heiss. 

In einem Industriequartier trocknen wir unsere Zelte und machen einen Jass. Velotouren zu viert sind eine kurzweilige Angelegenheit. Die Sicherheitsverantwortliche der angrenzenden Fabrik sorgt für zwischenzeitliche Aktivierung. Offenbar haben unsere am Zaun angelehnten Velos einen Alarm ausgelöst… 

Den Abend verbringen wir in der Stadt Ulm, genehmigen uns am Fusse des imposanten Doms einen Apéro und essen Crêpes. Mit Manuel gehe ich noch in die Hotelsauna als Hitzetraining für die kommenden Tage. Anschliessend übernachten wir im modernen, sehr schönen und preiswerten Hotel Leonardo Hotel Ulm.

Ulm

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Impressionen DER letzten wochen vor dem start:

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