Reiseberichte auf dem Weg mit dem Velo von der Schweiz durch Europa bis nach Afrika: 

Schönes Schweden

Schönes Schweden

Samstag, September 26, 2026

5. Woche: Älmhult - Stockholm, 560 Kilometer, 4’420 Höhenmeter, 5 Fahrtage

Schweden. Das Land der schier endlosen, dünn besiedelten Landschaften, Wälder, Seen, einsamen Strassen, der überarbeiteten Rasenmähroboter in riesigen, fein säuberlich herausgeputzten Gärten und für mich besonders toll: Das Land der perfekten Zeltplätze! Bei herbstlichem Wetter geniesse ich die Zeit hier im Norden sehr.

Nach der Nacht vom Sonntag auf den Montag im Hotel komme ich in den Genuss des Weckservices von der benachbarten Grossbaustelle, fast so romantisch wie das sonst übliche Vogelgezwitscher bei den Zelt- und Shelterübernachtungen. Aber nur fast.

Meine restlichen Übernachtungen im ländlichen Schweden verbringe ich auch deshalb sehr gerne in der Natur.

Langsam komme ich in den richtigen Modus für die Reise ohne Begleitung. Ich kann die Stunden allein auf der Strasse und die ruhigen Abende geniessen. Eines Abends mache ich mir vor dem Shelter ein Feuer. So habe ich mir diesen Teil der Reise vorgestellt.

Der Donnerstag prüft mich. Kaum habe ich am kalten und verhangenen Morgen mein Zelt abgebaut, spüre ich die ersten Tropfen. Es regnet fast ohne Unterbruch bis Mitte Nachmittag. Zum Glück kann ich nach einer Stunde Fahrt den grössten Teil des Regens in einem Kaffee aussitzen. Wie so oft im Leben folgt nach diesem Zwischentief aber ein Höhepunkt. An diesem Tag in Form des Zeltplatzes am Meer, einer schönen Abendstimmung und einem beinahe kitschigen Morgen. 

Ein unerwartetes Highlight sind die Supermärkte von ICA. Auf dem Land haben diese jeweils eine Kaffeeecke, wo ich häufig meine Pausen verbringe und mich etwas aufwärme. Eine erwähnenswerte Mittagsrast verbringe ich im Mitarbeiterrestaurant eines riesigen Bauernhofes mit 500 Milchkühen. Bei einem typisch schwedischen Mittagessen komme ich mit einigen Angestellten ins Gespräch. In Schweden sind solche Begegnungen relativ rar, umso mehr habe ich diese Stunde genossen.

Nach fünf Tagen erreiche ich die Region Stockholm. Die Einfahrt in der Stadt stimmt mich nach mehreren Nächten draussen euphorisch. Ich freue mich über das Erreichen dieses Zwischenziels und auf die bevorstehenden Pausentage. 

Das Wochenende in der Stadt geht schnell vorbei. Telefongespräche in die Schweiz, Wäsche waschen, das Velo für die nächste Etappe bereit machen, Museumsbesuche, Stadtspaziergänge und natürlich ausgiebiges Essen und Ausruhen.

Während den langen Fahrten durch die einsamen Landschaften Schwedens höre ich oft die Sendung „Musik für einen Gast“ vom Schweizer Radio. Einmal passt der Inhalt perfekt zu meiner Reise. Ein Gast erzählt von seiner Velotour bis fast zum Nordkapp:

„Wobei, ich habe es mir schon abenteuerlicher vorgestellt. Vor allem diese Nordlandfahrt in Schweden. Alle paar Kilometer war ein Gefahrensignal.

Achtung, Elche! Ich habe nie einen Elch gesehen. Ich wurde auch nie von diesen sagenhaften, libertären Schwedinnen geküsst. Keine Elche, keine Schwedinnen, nichts.“

Zitat aus Musik für einen Gast: Max Rüdlinger: «Ich bin niemand», 15. Aug. 2026

Auch ich wurde weder vom Elch noch von sonst wem geknutscht, und sonderlich abenteuerlich war die Woche trotz Rentiersichtung nicht. Aber genau deswegen waren diese Tage wunderschön! 

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Impressionen DER letzten wochen vor dem start:

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