
Viel Wind, wenig Höhenmeter und wechselhaftes Wetter: Hallo Dänemark
3. Woche: Berlin - Mecklenburgische Seenplatte - Rostock - Überfahrt nach Dänemark - Insel Møn - Rødvig, 548 Kilometer, 2‘280 Höhenmeter, 5 Fahrtage
Die Woche startet in Berlin mit dem Besuch der Reichstagskuppel, einem Brunch, und anschliessend einer längeren Velomech-Odyssey. Noch einem halben Tag und vier verschiedenen Werkstätten hoffe ich aber, mein Problem gelöst zu haben. Ausgelöst durch eine hohe Packlast auf dem hinteren Gepäckträger fuhr sich mein Rad bislang leider nicht stabil. Mit zwei neuen Taschen an der Gabel sollte es ab jetzt deutlich besser sein.

Vor dem Brandenburger Tor haben wir eine lustige Begegnung mit sechs Bauern vom Züri See, die mit ihren Traktoren von zuhause nach Rügen und wieder zurück fahren. Nach vier Tagen Berlin soll nun auch unsere Reise weitergehen.

Mit frischen Beinen folgen wir dem schönen und gut beschilderten Radweg Berlin - Kopenhagen bis zum Überseehafen in Rostock.
Eindrücklich ist der abendliche Besuch der Gedenkstätte Ravensbrück, einem ehemaligen Frauen-Konzentrationslager. Die unglaublichen Geschichten der mutigen Frauen, die für ihre Überzeugungen, Liebe oder ihren Glauben eingestanden sind, werden mich noch lange begleiten.

Nebst schönen Zeltnächten, begleitet von abendlichen Bädern, gönnen wir uns eine Nacht im Gutshaus Linstow mit Baujahr 1863, wo wir schlafen wie die früheren Gutsherren und Damen.

Das Frühstücksbuffet-bedingte Ausschlafen lohnt sich. Erholt und gut genährt kommen wir sehr gut voran. Einen Bäckerei- und zwei Supermarkt-Stopps später sind wir auch schon in Rostock am Überseehafen angekommen.

Bei einer wunderbaren Abendstimmung setzen wir über nach Dänemark, dem vierten Land dieser Tour und bereits dem 26. Veloreiseland von mir.

In Dänemark angekommen, begeben wir uns direkt zum ersten Shelter. Im ganzen Land verteilt gibt es dutzende, wenn nicht hunderte solcher offizieller Übernachtungsmöglichkeiten. Die in einer App eingetragenen Orte verfügen meistens über kleine Holzhütten, einfache Sanitäranlagen und manchmal sogar über Feuerstellen und Duschen. Wir sind überglücklich, dass wir das letzte freie Hüttchen erwischen. Am Abend Tagebuch schreiben am Meer, was will man mehr!

Nach einer wunderbar ruhigen Nacht essen wir am Tisch vor unserer Unterkunft Joghurt und Blaubeeren zum Zmorgen. Bei leichtem Nieselregen fahren wir die ersten Kilometer des Tages. Bei der ersten Bäckerei halten wir aber auch schon für Zimtschnecken und Kaffee, gleich am ersten Tag in Dänemark, das leckerste Gebäck für mich bislang.

Bei bedecktem Himmel und starkem Wind fahren wir zuerst der West-, anschliessend der Ostküste entlang bis zum Fährhafen in Stubbekøbing. Gemeinsam mit vielen anderen Radtouristen setzen wir auf der historischen Fähre auf die benachbarte Insel Møn über.

Am Hafen essen wir phänomenale Pizzen. Manuel flickt seinen Reifen und hilft dem Kellner der Pizzeria, eine Flasche Wein zu öffnen. Kein Problem dank Schweizer Sackmesser. Wir fahren dem dunklen Himmel entgegen in Richtung Shelter Nummer zwei, direkt am Meer. Ein Bad am Privatstrand rundet den Tag ab. Ich gehe früh ins Bett, da ich nicht ganz fit bin.

Am Folgetag fahre ich etwas später ab als meine Freunde und quäle mich irgendwie durch den Tag mit fast 90 Kilometern. Bei einem Bauernhof mit Bed&Breakfast finden wir wieder einen tollen Shelter, diesmal sogar mit heisser Dusche und einer kleinen Küche. Leider bin ich nicht fit und habe leichtes Fieber. Immerhin ist der Ort ideal, um sich auszukurieren. Neben dem Dammhirschgehege gehe ich früh schlafen und hoffe auf eine rasche Besserung.

Impressionen DER letzten wochen vor dem start:






